Trauer und Verlust

Meine Arbeit der Trauerbegleitung sieht den Menschen als einzigartige Individuen. Demnach kann nicht eine Lösung für alle gelten. Ich verbinde verschiedene Methoden und Ansätze wie die Gesprächstherapie und den hypnosystemischen Ansatz. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die Kraft, die von den Trauernden selbst kommt. Ich helfe dabei, ureigene Kraftquellen zu erschließen und nutzbar zu machen.

Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis wurde Trauerbegleitung bis vor einigen Jahren von dem Credo „Loslassen & Abschließen“ bestimmt. Man ging bestimmten Phasenmodellen nach und konnte damit vielen Menschen in Ihrer Trauer beistehen. Auch heute ist das weiterhin eine wichtige Säule in der Trauerarbeit. Aber eben nicht mehr die Einzige.

Die weit verbreitete Auffassung, „Je intensiver man trauert, desto schneller ist man über den Verlust hinweg.“, mag für manche stimmen. Doch längst nicht für alle. Denn jeder Mensch ist einzigartig. Und bewältigt deshalb auch auf einzigartige Weise den Verlust geliebter Menschen. Aus diesem Grund kann auch eine Lösung nicht für alle Menschen gleichsam bedeutend sein.

Wenn wir trauern und einen geliebten Menschen verabschieden sollen, dann wissen wir, dass alleine „Loslassen & Abschließen“ nicht richtig sein kann. Es fällt uns schwer, den Verstorbenen ein zweites Mal gehen zu lassen. Wir wehren uns – bewusst und unterbewusst. Viele Menschen verharren deshalb jahrelang in einem inneren Konflikt, verwehren sich in Ihrer Traurigkeit einem neuen, selbstbestimmten Leben.

Warum hilft Vernunft nicht in der Trauer?

Wie jede Wissenschaft und jedes Handwerk, entwickelt sich auch die Trauerarbeit weiter, um einen besseren Halt in der Trauer sowie einen möglichst kurzen Weg zurück zu Lebensfreude und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Stellen Sie sich das trauernde und denkende Ich - Ihren Verstand also - als eine Kraft vor, die sie in eine Richtung zieht. Sie wissen, Sie möchten gerne zu einem neuen Leben finden. Abschließen. Denn das wäre vernünftig.

So sagen Sie sich beispielsweise: „Meine Traurigkeit bringt ihn / sie auch nicht zurück“.
Doch etwas hindert Sie. Eine zweite Kraft, die Sie mit Ihrem Verstand nicht erreichen. Die gänzlich unbeeindruckt ist von vernünftigen Argumenten. Diese Kraft wirkt in die entgegengesetzte Richtung. Sie möchte die Verbindung zum Verstorbenen nicht aufgeben. Und diese lässt sich nicht unmittelbar von Ihrem Bewusstsein steuern.

Warum können wir nicht loslassen?

Es sind unwillentliche Prozesse und Ereignisse die sich gegen ein Loslassen stemmen. Ohne dass man darauf Einfluss nehmen könnten.

„Es überkommt mich einfach. Ich kann nichts dagegen machen.“, meint man dann oft. Sie können es nicht beschreiben. Können sich nicht wehren und fühlen sich hilflos. Diese Kraft wird häufig als Sehnsucht in Verbindung zu bleiben erlebt. Sie versuchen, diese Sehnsucht zu lindern. Mit Fotos, Besuchen am Grab, oder mit persönlichen Gegenständen des Verstorbenen.

Die Sehnsucht nach dem Verstorbenen für sich nutzen.

Der Wille, mit einem Verstorbenen in Verbindung zu bleiben ist eine natürliche Regung des Menschen. Und damit ein berechtigter und kluger Prozess. Durch das Loslassen und Abschließen kämpfen wir de facto gegen eine natürliche Regung. Und erreichen damit das Gegenteil. Wir können noch weniger loslassen oder gar abschließen. Es ist das altbekannte Prinzip.

Verwandeln sie Ihr Hindernis in eine Quelle

Der Verstorbene lebt in den Erinnerungen und Gedanken der Lebenden weiter. Und zeitweise kommuniziert man sogar mit diesen Erinnerungen: „Manchmal ist es so, als wäre er noch bei uns. Ich weiß was er/sie darauf erwidert hätte.“ Die Hypnosystemische Trauerbegleitung setzt genau hier ein: Sie verwandelt Mauern in Brücken. Sie macht die Beziehung zum Verstorbenen fruchtbar für den Trauernden. Verwandelt sie von einem Hindernis in eine Quelle. Eine Quelle für Sinnentwicklung und neuer Lebenskraft.

Mit Erinnerungen leben, nicht überwinden.

Wenn Sie an ihre verlorenen Liebsten denken; sie in Erinnerungen wieder auferstehen lassen oder von ihnen träumen, dann aktiviert das auch immer den Schmerz des Verlustes. Das wiederum verstärkt das Gefühl, in Kontakt mit dem Verstorbenen zu stehen. Trauernde fühlen sich dann nicht alleine, sie fühlen sich innerlich begleitet. Erinnerungen und Gedanken an den Verstorbenen werden dann weniger als schmerzlich, sondern vielmehr als stützend empfunden. Vor allem nahestehende Personen wie nahe Verwandte, Partner oder andere Bezugspersonen eignen sich sehr gut als Ratgeber und Unterstützer.

In Trance können Trauernde einen inneren Dialog mit dem Verstorbenen eingehen und diesen als Quelle für Kraft, Heilung und Sinnentwicklung nutzen. Der Verstorbene wird damit zur Ressource, die der Trauernde für sich nutzen kann.

Trauer wird in der hypnosystemischen Praxis als eine kreative Beziehungskraft verstanden, die zwei Pole hat. Zum einen muss die physische Abwesenheit einer Person realisiert und verarbeitet werden. Und zum anderen muss die innere Beziehung zu dieser verstorbenen Person gefunden werden. Anders ausgedrückt ersetzen natürliche und heilsame Prozesse das Prinzip des Loslassen und Abschiednehmens. Nicht das Loslassen steht im Vordergrund, sondern vielmehr das „Neufinden“. Trauernde werden eingeladen, die schmerzliche Abwesenheit des Verstorben zu realisieren, zu akzeptieren und gleichzeitig eine weitergehende, innere Beziehung zu ihm zu finden.

Belastende letzte Erinnerungen und Bilder.

Für die Verarbeitung eines Verlust-Ereignisses kann es von entscheidender Bedeutung sein, wie Sie sich an einen verlorenen Menschen erinnern. Ging dem Tod beispielsweise eine schmerzerfüllte Krankheitszeit voraus, so haben Sie eventuell ein letztes Bild im Kopf, dass Sie bei der Erinnerung stets wieder mit Trauer und Schmerz erfüllt. Bei einer guten Verarbeitung – und dabei kann die Hypnotherapie ihren Teil leisten – verblassen diese Erinnerungen allmählich und werden durch Schöneres und Tröstendes ersetzt. Die Hypnotherapie sorgt keineswegs für Vergessen, sie bedient sich lediglich den natürlichen Prozessen eines Menschen: Dabei verstärkt sie die heilsamen und hilft auf diese Weise bei einer liebevollen und gesunden Beziehungsgestaltung.

Die Bewältigung von Schuldgefühlen.

Oft leiden Menschen nach dem Tod eines geliebten Menschen an Schuldgefühlen. Manchmal ist ihnen das bewusst – und manchmal nicht. Vielleicht sind zu Lebzeiten bestimmte Themen nicht angesprochen worden und blieben deshalb immer offen. Eventuell haben Trauernde das Gefühl dem Verstorbenen treu sein zu müssen. Manche werfen sich vor, einen Tod nicht verhindert zu haben. Andere plagen sich mit Gewissensbissen, nicht genügend für die Beziehung oder den Verstorbenen Menschen getan zu haben. Wieder andere trennten sich zu Lebzeiten im Streit und können deshalb keine Ruhe finden. Offene Enden sind für Verbliebene oft ein Hindernis auf dem Weg zu einer heilsamen Verarbeitung des Verlustereignisses. Sie ziehen sich aktiv aus dem Leben zurück. Weil Sie sich nicht zu helfen wissen.
Der Wunsch und das Ziel jeder Trauerarbeit ist es, Sie wieder aktiv am Leben teilhaben zu lassen. Eine positive Trauerarbeit versucht nicht, den Verstorbenen dabei auszuschließen. Vielmehr wird der Verstorbene und Ihre Erinnerungen an ihn als Ressource, gewonnen und dient auf diese Weise als Dialogpartner, Ratgeber und Unterstützer. Mit der Zeit werden aus schmerzvollen Erinnerungen eine kraftgebende Stütze in Ihrem Leben.

Viele Menschen schaffen eine Trauerbewältigung von sich aus. Bei manchen dauert es länger, bei manchen geht es schneller. Und manche schaffen es nicht aus eigener Kraft. Denn jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch trauert anders. Die Hypnotherapie hat sich das zunutze gemacht und nutzt die ureigenen Quellen und Prozesse des Menschen und verstärkt Heilungsprozesse. Professionelle Hilfe kann eine Entlastung sein. Oder den Stein zum Rollen bringen. In jedem Fall ist professionelle Hilfe ein Schritt in Richtung liebevolle Beziehungsentwicklung und aktivem Leben.
Gerne bin ich für Sie da.
In meinen Trauergruppen können Sie die Last auf mehrere Schultern verteilen. Gerne berate ich Sie dahingehend.

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